Facebook – wichtig, aber nicht alles

Facebook – wichtig, aber nicht alles

Im letzten Teil habe ich dir aufgezeigt, welche Inhalte für euren Internetauftritt wichtig sind. Die Webseite eurer Bürgerinitiative ist der Schaukasten nach draußen. Hier können sich die Mitbürger über das aktuelle Geschehen im FTTH-Projekt informieren.

Noch wichtiger als die Information über das Thema Glasfaser ist die Diskussion darüber. Vor- und Nachteile müssen erörtert werden. Positive wie negative Stimmen sollen zu Wort kommen. Kritiker und Befürworter der Glasfasertechnik brauchen ein Forum um ihre Argumente vorzubringen.

Um in die Interaktion und den Austausch mit den Bürgern zu kommen, bieten sich die sozialen Medien an. Facebook ist diesbezüglich mit Sicherheit der wichtigste Kanal. Wie beliebt Facebook bei uns Deutschen ist, zeigen die aktuellen Nutzerzahlen von Juni 2017.

30 Millionen Menschen in Deutschland waren im 1. Quartal 2017 jeden Monat auf Facebook aktiv
23 Millionen Menschen sind jeden Tag in Deutschland aktiv
27 Millionen Menschen nutzen Facebook auf ihrem Mobilgerät
21 Millionen Menschen davon jeden Tag
https://allfacebook.de/zahlen_fakten/erstmals-ganz-offiziell-facebook-nutzerzahlen-fuer-deutschland
https://de.newsroom.fb.com/news/2017/06/eine-community-von-30-millionen-facebook-sagt-danke/

Innerhalb von Facebook sind es die Gruppen, welche für die gewünschte Interaktion sorgen. Bei entsprechender Konfiguration kann jedes Gruppenmitglied selbst Beiträge erstellen und beantworten. So entsteht eine rege Diskussion innerhalb der Gruppe.

Die Erfahrung aus “Glasfaser für Kerken” zeigt auch zwei weitere wichtige Aspekte:

Zum einen findet sich innerhalb der Gruppe oftmals ein technikaffiner Nutzerkreis. Dort engagieren sich viele “Tekkis”, die später bezüglich der technischen Fragen gut unterstützen können. Des Weiteren sind viele Multiplikatoren auf Facebook unterwegs. Diese helfen durch ihr persönliches Netzwerk und ihren (lokalen) Bekanntheitsgrad weitere User anzuziehen und die Gruppe zu erweitern.

 

Eigene Gruppe einrichten

Eine eigene Facebook-Gruppe ist schnell eingerichtet. Dabei sind die allgemeinen Eigenschaften selbsterklärend:

  • Gruppenname
  • Beschreibung
  • Gruppenbild

Wichtig sind diese vier Parameter:

  1. Privatsphäre
    Facebook unterscheidet hier drei verschiedene Möglichkeiten: “Öffentlich”, “Geschlossen” und “Geheim”. In der Regel bietet sich die Variante “Geschlossen” für Deine Gruppe an. Diese hat den Vorteil, dass die Gruppe nach außen sichtbar ist und gefunden wird. Andererseits können nur die Gruppenmitglieder Artikel posten.
    In diesem Facebook-Artikel werden die Unterschiede zwischen den Varianten beschrieben:
    https://www.facebook.com/help/220336891328465?helpref=faq_content
  2. Bestätigung von Mitgliedern
    Hiermit legt man fest, ob neue Mitglieder der Gruppe vom Administrator / Moderator bestätigt werden müssen. Diese Optionen stehen zur Verfügung:

    A. Jedes Mitglied kann Mitglieder hinzufügen oder bestätigen.
    B. Jedes Mitglied kann andere Mitglieder hinzufügen, sie müssen aber von einem Administrator oder Moderator bestätigt werden.

    In Glasfaser für Kerken haben wir uns für Option A entschieden, das ist die schnellste Möglichkeit zur Bestätigung. Sollte es passieren, dass zu viele unerwünschte User Mitglied werden, schaltet man auf Option B. Dann haben die Admins wieder das Sagen.

  3. Berechtigungen zum Posten
    Dieser Punkt ist schnell geklärt. Du möchtest Interaktion der Gruppe – somit ist Option A die richtige Wahl.
    Optionen:
    A. Mitglieder, Moderatoren und Administratoren können etwas in der Gruppe posten.
    B. Nur Administratoren können in dieser Gruppe Beiträge verfassen.
  4. Beitrag bestätigen
    Das Gleiche bei diesem Punkt. Hier setzt du kein Kreuz, somit werden die Beiträge der Gruppenmitglieder direkt in die Gruppe gepostet.
    Checkbox:
    Alle Gruppennachrichten müssen von einem Administrator oder Moderator bestätigt werden.

Zusätzlich solltest du noch weitere Administratoren bzw. Moderatoren festlegen. Dies ist hilfreich für die allgemeine Organisation der Gruppe. Somit hängen die Aufgaben nicht nur an einer einzelnen Person.
Die unterschiedlichen Rechte zwischen Administratoren bzw. Moderatoren kannst du hier nachlesen.
https://www.facebook.com/help/901690736606156?helpref=faq_content

 

Hier entlang bitte

Nachdem die Gruppe angelegt ist, fehlt nur noch eine Sache – die Mitglieder. Sehr beliebt in Facebook sind die lokalen Gruppen. Von der Namensgebung her beginnen diese oftmals mit “Du bist …, wenn”. Da es in dieser Art von Gruppen bereits um lokale Themen geht, bietet sich es sich an, hierauf aufzusetzen.

Zum Beginn kann man mit einem Posting dort auf deine neue Facebook-Gruppe aufmerksam machen. Weise die lokale Gruppe freundlich auf deine neue Gruppe hin und lade sie ein, sich mit dem Thema “FTTH” auseinandersetzen und sich zu beteiligen. Um die Reichweite zu erhöhen, solltest du selbst den Beitrag noch teilen und auch zum Teilen auffordern.

Es ist sehr wichtig, möglichst zügig eine kritische Masse an Usern zu erreichen. So entsteht eine intensive Diskussion innerhalb eurer Gruppe und ihr werdet die Anlaufstelle für euer Glasfaser-Projekt.

 

Wie es in den Wald …

Im Prinzip bildet das Internet einen Querschnitt der Menschen aus dem echten Leben ab. Und wie im echten Leben gibt es dort nette und freundliche Menschen, aber auch – im Verhältnis gesehen – genauso viele Miesepeter und Schlechtgelaunte.

Das Gleiche gilt auch für die Befürworter und Gegner unseres Themas Glasfaser. Egal wie überzeugt du von der Glasfaser und ihren Möglichkeiten bist – es wird auch Mitbürger geben, welche diese Notwendigkeit nicht sehen oder sogar dagegen sind.

Die “Argumente” der Gegner können vielfältig sein. Von “das braucht sowieso keiner”, über “Vectoring auf Kupfer ist die Zukunft” bis zum einem “bei mir reißt niemand die Straße auf” ist alles dabei. Und “Gegenargumente” jedweder Art verhallen ungehört.

Die Umgangsformen im Internet – Netiquette genannt – bilden schon ein eigenes Thema. Auch hier gilt wieder – es gibt solche und solche. Mal wird GESCHRIEHEN, mal der Meinung besonders intensiv Ausdruck verliehen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!. Auf Dauer nerven solche Zeitgenossen, wie in jeder anderen Diskussionsrunde oder Party auch – und verbreiten miese Stimmung.

 

Bitte recht freundlich

Zum Glück gehen die meisten Mitbürger auch im Internet freundlich und respektvoll miteinander um. Wie im echten Leben gibt es leider auch hier wieder Menschen, welche sich “unter aller Kanone” benehmen. Sie werden persönlich, kritisieren ohne sachliche Begründung und vergreifen sich oftmals im Ton.

Und dabei ist eines ganz sicher – früher oder später kommen sie aus den dunklen Ecken des Internets – die Trolle. Jede Gruppe hat ihre “speziellen Kandidaten”. Egal, was man schreibt, egal welche Argumente man vorbringt – ob man für oder gegen FTTH ist. Einem Troll kann man es nie(!) recht machen.

Eigentlich hätten Trolle einen eigenen Artikel verdient. Aber damit hätten sie genau das erreicht, was ihr größtes Ziel ist – Aufmerksamkeit! Um den Trollen Einhalt zu gebieten, kommen hier die Administratoren und Moderatoren in Spiel.

Trolle unterscheiden sich von anderen Usern. Sie finden alles schlecht und verstehen sowie nicht was das hier alles soll. Sie halten mit ihrer Meinung nie hinterm Berg und pusten diese auch offen heraus. Allerdings handelt es sich dabei nicht um positive, konstruktive Kritik, sondern in der Regel um negative, destruktive Kritik.

Trolle können eine ganze Gruppe stimmungsmäßig “runterziehen”. Diskussionen sind genau das, was er bzw. sie braucht – und diesen ausufernden Diskussionen muss Einhalt geboten werden.

 

Ich zähl bis drei!

Gruppenmitglieder, welche sich nicht an die Hausordnung halten, sollten zunächst verwarnt werden. In der Regel fällt das negative Verhalten auch anderen Gruppenmitgliedern auf. Die Ansprache der Trolle sollte zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich erfolgen, sondern im Hintergrund über eine persönliche Nachricht.

Sollte sich das Verhalten nicht ändern, kann der User noch ein zweites und drittes Mal verwarnt werden. Die letzte Verwarnung kann öffentlich erfolgen, so dass die gesamte Gruppe den Warnschuss hört. Lässt sich auch damit keine Einsicht und Besserung erzielen, muss im Interesse der Gruppe gehandelt werden.

Ein Rausschmiss aus der Gruppe ist die letzte Option. Leider lässt sich in Einzelfällen nur auf diese Art wieder Ruhe herstellen. Bei Glasfaser für Kerken haben die Administratoren zuvor per WhatsApp über den anstehenden Rausschmiss diskutiert. Stand das Ergebnis fest, wurde entsprechend gehandelt. Mit einen kurzen Posting in die Gruppe haben wir über den Rausschmiss des Trolls informiert.

Möglichen virtuellen Beifall oder “Buh”-Rufe als Reaktion auf das Posting kann man in diesem Fall auch mal unkommentiert stehen lassen. Nach den intensiven Verwarnungen und Warnschüssen ist dann einfach genug zum Thema gesagt – schließlich geht’s um die Glasfaser.

PraxisTipp: Die grundlegenden Spielregeln sollten in der Gruppenbeschreibung festgehalten werden. Auch wenn diese in der Regel nur wenige User lesen, kann man im Streitfall auf die “Hausordnung” verweisen.

 

Kupfermine

Das Thema “Glasfaser” kann sich emotional sehr stark aufheizen. Schwierig wird es, wenn sich regelrechte Lager oder Fronten zwischen “Kupfer” und “Glasfaser” bilden. Ziel eurer Gruppe ist es, ein FTTH-Projekt zu realisieren – ihr glaubt an die Zukunft der Glasfaser!

Trotzdem dürfen aber auch allgemeinere Themen wie der Breitbandausbau Platz zur Diskussion finden. Insofern ist es ebenfalls in Ordnung, wenn Mitglieder über den aktuellen Ausbau des Vectoring vor Ort berichten.

Die Gruppe lebt vom intensiven Meinungsaustausch aller Mitglieder.

 

Fazit

Facebook ist ein extrem wichtiger Baustein für die Erreichung eurer Ziels eines FTTH-Ausbau in eurer Gemeinde. Die Gruppenfunktion bietet schnelle Interaktion, raschen Informationsaustausch und ein großes Publikum zur Ansprache.

Eine sachlich moderierte und bis zu einem gewissen Grad durchaus auch emotional aufgeladene Facebook-Gruppe trägt mit Sicherheit zum Erfolg des Projektes bei.

Aber…. die wichtigste Erfahrung zum Thema Facebook habe ich mir bewusst für das Ende aufgespart:

Auch wenn es so erscheint, Facebook sei das “Allheilmittel”, so ist Facebook und die Gruppenfunktion nur ein Teil der Lösung. Denn noch lange nicht alle Mitbürger sind dort vertreten. Einige Mitbürger stehen den sozialen Medien sogar eher kritisch gegenüber. Insbesondere die Zielgruppe der Ü50 ist über Facebook nur sehr schwer zu erreichen.

Um diese Zielgruppe ins Boot zu holen, gilt es auf die klassischen Medien wie Zeitung und Infoflyer zu setzen. Auch das direkte, persönliche Gespräch und die Beantwortung der offenen Fragen sind extrem wichtig. Gelingt es hier zu punkten und zu überzeugen, werden diese Bürger oftmals selbst zu Multiplikatoren innerhalb ihrer Zielgruppe.

Eine bessere Werbung gibt es für euer Projekt nicht!

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Von |2018-11-16T15:57:57+00:0030.06.2017|0 Kommentare

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