Die Zukunft zieht ein – der eigene FTTH-Anschluss

Die Zukunft zieht ein – der eigene FTTH-Anschluss

40% – so lautete die Messlatte der Deutsche Glasfaser, als diese im Juni 2016 hier in Kerken ihre Nachfragebündelung startete. Von Beginn an war klar, dass die Quote nur mit aktiver Unterstützung durch uns Bürger überhaupt zu realisieren ist.

Nach rund 5 Monaten stand dann das Ergebnis fest. Der ganze Aufwand für uns Bürgerinitiative hatte sich gelohnt – der Ortsteil Aldekerk erreichte 42%, Nieukerk 40% – Ziel erreicht. Einen Rückblick über den gesamten Projektverlauf könnt ihr hier nachlesen.

Am Ende ist entscheidend, dass wir als BürgerinitiativeGlasfaser für Kerken” für unsere Gemeinde einen vollflächigen FTTH-Ausbau erreichen konnten. Während sowohl im Bund als auch im Land weiterhin über das Thema Breitbandausbau hitzig diskutiert wird, sind wir bereits heute auf der zukunftssicheren Seite.

Ebenfalls für mich persönlich ein wichtiger Faktor: Wir haben nicht “irgendwas mit Gigabit”, sondern eine einzelne Glasfaser bis in jedes Haus. 1.000 MBit/s sind bereits heute eine reine Tariffrage. Das Thema Bandbreite und Infrastruktur hat sich damit für viele, viele Jahre erledigt.

Und Dank engagierter Bürgerinitiativen vor Ort gilt dies auch für die umliegenden Gemeinden Issum, Wachtendonk, Uedem, (Ortsteile von) Geldern, Grefrath, …

Wir verfolgen die Aktivitäten der Politik zu diesem Thema natürlich weiterhin: Als Live-Stream im Plenar-TV. (Hier im Bundestag und beispielsweise hier in NRW)

Ruckelfrei, in der höchsten Auflösung, so denn die Gegenstelle schnell genug liefern kann.

 

Straße auf, Straße zu – es geht nicht anders

Eines der größten Arbeitsfelder beim FTTH-Ausbau ist der Tiefbau. Bei solchen Projekten wird eine komplett neue Infrastruktur verlegt. “Natürlich” müssen Löcher gegraben werden, die Fahrbahn aufgefräst, Bahnschienen gequert und schlussendlich auch “irgendwie” der Weg ins Haus gefunden werden.

Und ja, das kann schon unangenehm werden vor Ort. Wieder wird eine Straße gesperrt, der Gehweg geöffnet, Fußgänger auf die andere Straßenseite umgeleitet und garantiert geht auch mal was zu Bruch.

Das ist aber alles NICHTS im Vergleich dazu, wenn die Infrastruktur nicht ausgerollt wird. Wenn in 10 Jahren langsam aber sicher, dass Sterben eines Dorfes und die Abwanderung (gerade der jüngeren) Bevölkerung eingesetzt hat, DANN hat man ein Problem.

Diesen einmal einsetzenden Abwärtstrend bekommt man kaum mehr umgedreht. Das Internet ist Teil des Alltags geworden und speziell auf dem Land ein wichtiges Stück Lebensqualität und Teilhabe.

Die Bedeutung der Glasfaser-Infrastruktur wächst kontinuierlich. Mittelfristig wird sie so wichtig werden, wie (Ab-)Wasser, Gas und Strom es heute bereits sind. Ich prognostiziere sogar einen noch deutlich höheren Stellenwert. Denn ohne eine passende IT-Infrastruktur werden die Systeme nicht arbeiten können.

Alles wird bereits heute von solchen Systemen gesteuert. Koordinierung von dezentraler (erneuerbarer) Energieerzeugung, der Waschmaschine die zur Lastverteilung von extern gesteuert nachts die Wäsche wäscht, gleich verteiltes Aufladen von Elektrofahrzeugen. Ohne Netzanbindung können diese Systeme nicht miteinander kommunizieren.

Always ON!

 

Ab ins Haus!

Liegt das Glasfaserkabel erstmal am Haus ist das “Schlimmste schon geschafft”. Im nächsten Schritt geht’s darum, den Weg ins Haus zu finden. Dieser wurde im Vorfeld mit dem ausführenden Bauunternehmen besprochen.

In meinem konkreten Fall war es recht einfach: direkt von der Straße seitlich ins Wohnzimmer. Aber im Rahmen unseres Projektes in Kerken, habe ich die wildesten Konstrukte gesehen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg (ins Haus :-)).

Die eigentliche Installation war binnen 45 Minuten erledigt – inklusive Smalltalk und gemeinsamen Kaffee mit den Handwerkern. Loch bohren, Kabel durch, versiegeln, anschließen, Inbetriebnahme, Test.

Ergebnis unmittelbar nach Inbetriebnahme: 507 MBit/s (down)/ 481 MBit/s (up)
(Tarif 500 MBit/s symmetrisch, nach etwas “Netzwerktuning” sowohl Up-, als auch Download >= 500 MBit/s)

Die Konfiguration der FRITZ!Box (7490) war in wenigen Minuten erledigt. Lediglich die “Einwahl” muss neu konfiguriert werden. Der Rest der Heimnetzkonfiguration bleibt (bei “Otto-Normalverbraucher”) unverändert.

Beispielsweise hat die Konfiguration des WLAN nichts mit der Glasfaser zu tun. An dieser Stelle bleibt alles wie es ist. Alles wie vorher – nur schneller.

Heimkonfiguration meines 3 Personenhaushalts:
(sicherlich „technikaffin“, aber nicht „nerdig“ – zähl mal deine eigenen Geräte durch)

  • 3x Mobiltelefon
  • 3x Notebook
  • 2x Tablet
  • 1x Fernseher (“Smart-TV”)
  • 2x Sat-Receiver
  • 2x Blu Ray-Player
  • 1x Küchenradio
  • 1x Musikanlage
  • 1x Telefonanschluss
  • 1x Amazon Fire TV
  • 1x Nintendo 3DS
  • 1x Wii U
    19 Geräte im (W)LAN aktiv

 

Time to say goodbye

Meine persönliche Internetwelt hat sich durch Glasfaser nicht geändert. VDSL50 war bislang(!) im Alltag völlig ausreichend und das seit über 6 Jahren – no problem. Beispielsweise läuft Netflix in 4K ohne Probleme. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Telekom für die letzten Jahre – lief alles ruckelfrei!

Aber VDSL ist nicht zukunftsfähig und in meiner Region (Kreis Kleve) ist seitens der Telekom kein FTTH Ausbau geplant gewesen. Dennoch wächst die benötigte Bandbreite von Jahr zu Jahr.

Da kam die Deutsche Glasfaser seinerzeit als Anbieter wie gerufen. Wir als Bürgerinitiative haben uns übrigens immer für die Technik FTTH stark gemacht – nicht für einen Anbieter. Es hätten gerne auch andere Telekommunikationsunternehmen FTTH anbieten können – hat aber niemand!

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man seit Jahren abgelegen am Rand der Gemeinde über Kupfer mit “bis zu 6 MBit/s” surft. Zweifelsohne ist “fernsehen” nicht das Wichtigste im Leben – wer aber daheim noch nie eine Mediathek nutzen konnte oder Netflix nicht zumindest mal getestet hat, dem erschließt sich jetzt definitiv eine neue Welt. Tagesschau verpasst? Kein Problem, einfach etwas später in der Mediathek schauen.

Auch YouTube macht mit “dicker Leitung” deutlich mehr Spaß. Kein ruckeln, kein puffern, kein Nachladen.

Jetzt hat es die richtige Schwuppdizität.

Die Zukunft gehört zweifelsohne der Glasfaser in Form von FTTH und ich bin sehr froh, dass wir es für unsere Gemeinde geschafft haben.

 

Fazit

Glasfaser ist im Kern ein Infrastrukturthema – staubtrocken, langweilig und unsexy. Muss halt gemacht werden, so wie Zähneputzen – es führt kein Weg dran vorbei.

Die ganze neue bunte Welt mit Flugtaxi, KI, Smart City, Digitalisierung, selbstfahrenden Autos und welche Buzz-Wörter sonst noch immer gebetsmühlenartigen vorgetragen werden. Es geht nicht ohne leistungsfähige Glasfasernetze!

5G als Alternative zu FTTH? Kurz und knapp: Wird auch nix ohne Glasfaser.

Zudem heißt es ja auch Mobil(!)funk, mit dem Fokus auf mobile Anwendungen. Ich freue mich übrigens auch heute schon auf 5G, das wird sicherlich total spannend.

Wobei ich mich 2019 im bevölkerungsstärksten Bundesland NRW, wo praktisch alle namhaften Mobilfunkunternehmen agieren und ihren Firmensitz haben, bereits schon über ein gute und unterbrechungsfreie Sprach(!)verbindung freuen würde.

Bauarbeiten sind generell nicht sonderlich schön, aber unumgänglich. Wer zukunftsfähige Glasfaser bis ins Haus möchte, muss hier einfach die Zähne zusammenbeißen und “da durch”. FTTH geht leider nicht anders.

Dafür ist dann für die nächsten 30 Jahre Ruhe beim Thema Infrastruktur und man kann aus “sicherer Distanz” dem politischen Treiben zuschauen. In kommenden Jahren wird sich das Thema “Glasfaser” mit Sicherheit weiter zuspitzen – jeder, der dann bereits über FTTH surft, ist definitiv schon auf der zukunftssicheren Seite.

Persönliches Resümee nach rund 4 Monaten FTTH daheim: Es war viel – sehr viel – Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit notwendig, um bis zu diesem Punkt zu gelangen. Aber die Technik läuft stabil und auch die Rufnummernportierung ging planmäßig über die Bühne.

Jetzt bitte noch die passenden Anwendungen, welche die Leistungsfähigkeit der Glasfaser nutzen!

Kleines Beispiel gefällig? Shadow – Die Zukunft des Gamings, der Spiele-PC in der Cloud. Die geballte Rechenpower liegt im Netz, ausschließlich das hochauflösende Videosignal wird übertragen.

Empfehlung des Anbieters für die Anbindung: Glasfaser.

 

Die Zukunft kann kommen – ich bin bereit!

Hier geht's zur Facebook-Gruppe

Facebook-Gruppe 'FTTH.blog'

Internet daheim zu langsam? Kein FTTH in Sicht? Nix los auf Kupfer oder Koax?

Dann komme in meine Facebook-Gruppe „FTTH.blog – 100% Glasfaser“!

Bereits über 250 Gruppenmitglieder diskutieren über die Zukunft!

Lass uns gemeinsam das Thema FTTH weiter pushen!

Hier geht's zur Facebook-Gruppe
Von |2019-01-14T12:19:21+00:0014.01.2019|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar