Warum es ohne Multiplikatoren nicht funktionieren wird

Warum es ohne Multiplikatoren nicht funktionieren wird

Inzwischen ist eure Bürgerinitiative richtig gut angelaufen. Ihr habt die Vorschläge aus den vorhergehenden Teilen berücksichtigt und seit sowohl online als auch offline vertreten. Die Bürgersprechstunden werden gut angenommen und ihr seid die Institution zum Thema Glasfaser bei euch vor Ort.

Klingt sehr gut – und wie schaut der Fortschritt insgesamt aus? Kommt ihr dem Ziel näher oder tretet ihr auf der Stelle? Für den letzten Fall zeige ich euch in dieser Folge einen Weg, um die Wirksamkeit eurer Kampagnen zu erhöhen, die Reichweite nochmals deutlich zu steigern und gleichzeitig eure Arbeit zu entlasten: Multiplikatoren.

Einfach ausgedrückt versteht man unter Multiplikatoren Fürsprecher für eure Sache. Dies können zum Beispiel bekannte Persönlichkeiten oder namhafte Firmen sein, die sich für Glasfaser vor Ort einsetzten.

Ganz wichtig: Jeder interessierte Mitbürger kann zum Multiplikator werden – am Gartenzaun zum Nachbarn oder am Spielfeldrand des Fußballplatzes.

Und es geht nicht ohne sie! Ihr als Bürgerinitiative kennt nicht alle Bürger und könnt auch nicht jeden einzelnen daheim besuchen – egal wie groß eure Bürgerinitiative inzwischen geworden ist.

 

Welchen Effekt haben Multiplikatoren

Im wörtlichen Sinn vervielfachen Multiplikatoren euer Engagement in das Thema Glasfaser. Diese Bürger sind von der Sache überzeugt und setzen sich ebenfalls für das Erreichen des Ziels ein. Habt ihr einen solchen Multiplikator für euch gewonnen, so verstärkt dieser die Schlagkraft eurer Bürgerinitiative. Er wird andere Mitbürger ebenfalls von der Notwendigkeit des Glasfaserausbaus überzeugen und so das Thema weiter voranbringen.

Wenn die Sache richtig gut läuft, überzeugt der Multiplikator einen weiteren Multiplikator und die Sache nimmt richtig Fahrt auf – die berühmte Kettenreaktion. So besteht die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit eine große Masse an Bürgern für euer FTTH-Projekt zu gewinnen.

Und der Effekt ist wirklich eindrucksvoll. Bei unseren wöchentlichen Ansprachen an die Bürger haben wir immer wieder damit gespielt. Beispiel: Aktuell sind 20 % der notwendigen 40 % erreicht. Dann reicht es, wenn jeder 20 % einen einzigen(!) weiteren Mitbürger von der Sache überzeugt – einen einzigen! Das sollte doch wohl machbar sein! Würde dies gelingen, wäre die notwendige Quote innerhalb kürzester Zeit erreicht! WOW!

Multiplikatoren haben in der Regel eine große Reichweite. Wichtiger Nebeneffekt: Sie erreichen oftmals Personengruppen, die ihr so gar nicht auf dem Schirm habt oder nur sehr schwer ansprechen könnt. Beispielsweise die Zielgruppe der älteren Generation, die Ü60-Mitbürger.

Schafft ihr es, einen engagierten Mittsechziger von der Sinnhaftigkeit des Glasfaserausbaus zu überzeugen, so kann dieser nun selbst zum Multiplikator werden. Genießt dieser das Vertrauen der anderen Mitbürger oder ist er/sie gar eine lokale Prominenz, so ist der Weg zur Zielgruppe offen. Nichts ist wirkungsvoller als diese Art der Mundpropaganda.

Über diesen Weg erfahren auch Mitbürger von der Sache, die sich bislang noch gar nicht für das Thema interessiert haben. Tatsächlich gibt es Mitbürger, die trotz massivster Werbung offensichtlich noch nichts vom lokalen FTTH-Projekt erfahren haben. Über den (Um-)Weg der Multiplikatoren erreicht ihr auch diese Zielgruppe.

Aber auch online können Multiplikatoren eine große Schlagkraft entwickeln. Oftmals sind diese in den sozialen Medien aktiv und finden dort Gehör. So wächst und wächst die Reichweite eurer Bürgerinitiative mit den Multiplikatoren massiv – und die ist wichtig für den Erfolg eures Projektes.

 

 

Eigenschaften der Multiplikatoren

Multiplikatoren genießen in der Regel großes Vertrauen und werden als glaubwürdig wahrgenommen. Auf ihre Aussage wird großer Wert gelegt – sie sind Meinungsbildner im positiven Sinne. In schwierigen Situation können sie aufgeheizte Gemüter auch wieder beruhigen.

Sie sind gut vernetzt mit anderen wichtigen Gruppen in der Gemeinden, wie z. B. Vereinen oder der Lokalpolitik. Sie kennen den “Dorffunk” und sind über alle Gerüchte bestens informiert. Durch ihre guten Kontakte können Sie viele Dinge “auf dem kleinen Dienstweg” möglich machen.

Aus Sicht des Marketing sind sie die personifizierte Kaufempfehlung von Amazon: “… Freunde/andere andere haben gekauft …”.  Im Handel inzwischen einer der wichtigsten und erfolgreichsten Kanäle: Die Empfehlung. Multiplikationen sind dabei effektiver als jeder Werbeflyer des FTTH-Anbieters, und noch vertrauenswürdiger als die lokale Bürgerinitiative.

 

Wenn der Schuss nach hinten losgeht

Eine Sache darf dabei aber nicht verschwiegen werden: Das Konzept der Multiplikatoren kann auch nach hinten losgehen. Sind diese dem Thema FTTH oder eurer Bürgerinitiative gegenüber negativ eingestellt, habt ihr ein Problem!

Dann wird mit dem gleichen – oder sogar mit noch größerem – Ehrgeiz gegen das FTTH-Projekt gearbeitet. Problematisch sind dabei die Mitbürger, die sich noch keine eigene Meinung diesbezüglich gebildet haben. Hören sie auf einen solche negativen Multiplikator endet dies in der Regel so:

“Wenn der Franz sagt, dass dieses Glasfaser nicht gut ist, dann wird er schon Recht haben. Der kennt sich damit aus. Lassen wir lieber die Finger davon.” (… gerne oftmals gepaart mit…:) “Außerdem… die Telekom macht ja auch Glasfaser. Ach, wir warten erstmal ab.”

 

Bürger die sich so ihre Meinung gebildet haben, sind nur noch sehr schwer zu überzeugen. Im allerschlimmsten Fall werden diese dann wiederum auch zu Multiplikatoren und geben ihre negative Einschätzung direkt an die Nachbarn weiter. Diese Dialoge am Gartenzaun hören sich dann so an:

“Hast du schon gehört? Der Franz hat gesagt, diese Glasfaser braucht kein Mensch. Außerdem reißen sie die ganze Straße wieder auf, dann haben wir wieder eine riesige Baustelle vor’m Haus – hab’ ich so gehört. Also ich warte ich erstmal ab, was da passiert. Und die Telekom soll auch …”

 

Das beschriebene Szenario gibt es natürlich auch online auf Facebook & Co. Eine regelrechte Lawine kann da losgetreten werden. Und wie eine Lawine ist diese nur sehr schwer aufzuhalten und kann euer ganzes Projekt herunterreißen.

Deshalb ist so wichtig einen guten Draht zu den Multiplikatoren aufzubauen und an eure Bürgerinitiativen zu binden. Es ist sehr wichtig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und diese Bürger frühzeitig mit einzubinden.

 

Wer kommt als Multiplikator infrage

Als Multiplikatoren kommen beispielsweise folgende Gruppen in Betracht:

  • Vereinsvorsitzende
  • Geschäftsführer namhafter, ortsansässiger Firmen
  • bekannte Mitbürger, welche sich aktiv für das Wohl der Gemeinde einsetzen
  • Mitglieder der Lokalpolitik
  • jeder Mitbürger in seinem eigenen Umfeld

Die letzte Gruppe ist aus eigener Erfahrung die wichtigste. Wenn ein jeder sich in seinem eigenen Umfeld für das Thema einsetzt ist schon sehr viel gewonnen. Das eigene Netzwerk vertraut einem und die Kontakte bestehen oftmals schon Jahrzehnte – beispielsweise zu diesen Zielgruppen:

  • Nachbarn
  • Freunde
  • Vereinskollegen
  • andere Eltern in Kindergarten und Schule
  • Arbeitskollegen

Ruft in eurer Bürgerinitiative immer wieder dazu auf, mit Nachbarn und Freunden über das Thema Glasfaser zu sprechen. Ihr selbst seid die beste Werbung für das Thema. Euer Umfeld vertraut eurer Empfehlung. Und selbst wenn ihr bei einzelnen Personen nicht direkt Erfolg habt, so bleibt das Thema damit in aller Munde.

 

Der Umgang mit Multiplikatoren

Multiplikatoren sind extrem wichtig für den Erfolg eurer Bürgerinitiative. In der Praxis hat sich folgende Vorgehensweise für eine gute Zusammenarbeit bewährt:

  • Bindet die Multiplikatoren an eure Bürgerinitiative.
  • Stellt einen persönlichen Kontakt mit einem kurzen Draht her.
  • Versorgt die Multiplikatoren regelmäßig mit Informationen.
  • Haltet sie auf dem Laufenden über das Projekt.
  • Seht sie als verlängerten Arm der Bürgerinitiative.

Damit sind natürlich keine Interna eurer Bürgerinitiative gemeint, sondern aktuelle Informationen rund um das Glasfaser-Projekt.

Bindet sie in eure Aktivitäten möglichst gut mit ein. Lasst sie Teil des Gesamtkonzeptes werden. Dazu zwei Beispiele aus “Glasfaser für Kerken”:

Warum-Flyer

In einer separaten Flyer-Aktion kam die Lokalprominenz zu Wort. Bekannte Gesicht der Gemeinde gaben ein Statement “pro FTTH” ab. Diese Aktion war sehr erfolgreich und war noch lange danach Gesprächsthema. Nicht zuletzt wegen der Titelseite, von der man zunächst nicht auf das Thema “Glasfaser” schließen konnte.

 

 

Interviews mit Multiplikatoren

Insbesondere im Internet funktionieren Videos sehr gut – das kennt jeder aus eigener Erfahrung. In einer kleinen Artikelserie ließen wir bekannte Bürger zum Thema Glasfaser zu Wort kommen.

http://glasfaser-kerken.de/2016/09/22/kerkener-buerger-sprechen-ueber-glasfaser-peter-bappert/

 

Fazit

Egal wie gut ihr aufgestellt seid – offline und online – ohne Multiplikatoren wird es nicht funktionieren. Spätestens wenn das Wachstum bei den notwendigen Verträgen ausbleibt, müsst ihr hellhörig werden.

Bindet die Multiplikatoren nah an eure Bürgerinitiative und versorgt sie regelmäßig mit Informationen. Sie sind ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg eures Projektes.

Die größte Chance bieten aber die Bürger selbst. Ein jeder Befürworter der Glasfaser sollte auf sein direktes Umfeld einwirken. Dazu sollte er aktiv auf Nachbarn und Freunde zugehen und das FTTH-Projekt thematisieren. Wird das von den Bürgern beherzigt und umgesetzt, biegt eure Bürgerinitiativen praktisch automatisch auf die Zielgerade zum Erfolg ein.

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Von |2018-05-24T06:35:55+00:0022.09.2017|0 Kommentare